Das wird mein zweites Buch, darum gibt es jetzt jeden Abend nur noch einen kleinen Gruss aus der Küche. Ein Amuse-Bouche, wie der Franzose sagt. 

6. Juli 20 Heute morgen beim Schwimmen im See, kam mich der Drang an, sofort alles selber in die Hand nehmen zu müssen. Mit jedem Zug wollte ich mehr, nichts ging mir schnell genug, Dinge, die ich auf den Weg gebracht habe und Dinge, die zur Entscheidung anstehen. Der alte Irrtum: allein der Wille reicht aus, alles erreichen zu können – am Ende meiner Bahn gelang es mir nicht, mit dem Blick kontemplativ bei der Turmuhr oder an den Hängen am anderen Seeufer zu verweilen. Alle waren gegen mich und ich wollte sie noch im Wasser vom Gegenteil überzeugen. Nur die Taucherli, die mir aus der Nähe plötzlich gross erschienen, schafften es, mich für einen Moment in Erstaunen zu versetzen und meine Aufmerksamkeit zu gewinnen. T. fragt mich manchmal, warum bist du so rabiat? Ich weiss es nicht … In den letzten Tagen habe ich oft Boule gespielt, in dem kleinen Park unter den grossen alten Bäumen. Das ist toll: ich kann mich auf meinen Text konzentrieren und dabei etwas anderes tun. Die Kugel polieren, den Arm durchschwingen, zielen, den Abstand zum Schweinchen ermessen und werfen. Ein Körper – und Geistspiel, das mich in Spannung versetzt und gleichzeitig entspannt. A.S. 

 

 

 

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